Hallo liebe Leserinnen und Leser.
Verdammt, es ist schon spät hier in Japan und ich bin sowas von kaputt von den letzten 2-3 Tagen … Es fühlt sich nicht gerade wie erholsame Ferien an, sondern eher anstrengend, dafür “very interesting”.
Gerade viel mag ich nicht schreiben, denn ich bin seit 04:00 Uhr früh wach und war ganze 12 Stunden auf den Beinen mit schwerem Kamera-Rucksack. Also werde ich mich eher auf Bilder beschränken, die wohl eher erwartet werden und die sagen genug aus, was ich bis heute alles gemacht habe … ein paar kleine witzige Zitate werden aber noch unter die Bilder geschrieben. Zeitliche Reihenfolge!
PS: Aktuelle Meldungen sind auf meinem Facebook-Account!
23. Dezember: Uf widerluege, Schwiiz!
Am Vorabend habe ich bereits bei der SBB in Zürich eingecheckt, damit ich am Folgetag eine Sorge weniger habe.
Mit meiner Mutter und meinem Stiefvater ging es dann zum Zürich Airport. Wir waren rund 1,5 Stunden früher am Flughafen, wie es sich ja gehört. Habe dann noch abklären müssen, ob ich mein Stativ separat mitnehmen kann (Handgepäck 2), ohne extra Aufschlag bezahlen zu müssen. Dann noch einen Schluck getrunken, bevor der rührende Abschied kam, den ich nun nicht erläutern werde. Wenn der Sohn zum ersten Mal so lange weg ist und dann noch auf der anderen Seite der Weltkugel …
Nachdem ich durch die Gepäckkontrolle bin, brauchte ich zu Fuss 20 Minuten lang zum Gate, was ja wirklich ein Zeitfresser ist, falls man sich mal verlaufen sollte! Beim Gate hingesessen und gewartet, … bis das Boarding startete. Ich konnte abschalten und dachte nicht an den “ersten Flug”. Im Flugzeug drinne versuchte ich mich gleich sofort abzulenken, indem ich mit dem iPhone Fotos machte! *schief grins*

… und gleich nochmals ein Foto, damit ich mich erinnern kann, wie die Besatzung meines ersten Fluges (Zurich – Copenhagen) aussah.

Vielen Dank an die freundliche Dame neben mir, der sofort aufgefallen ist, dass ich zum ersten Mal geflogen bin. Sie hat mit mir intensiv geredet, dass ich sogar den Start nicht wirklich realisiert habe. Als ich mitten im Gespräch nach draussen schaute, kam nur: “Oha, warum gibt es hier Zuckerwatte?!” aus meinem Munde. Lässt sich einfach erklären, ne?

Nach 1 Stunde und 30 Minuten … und +20 Minuten Verspätung kam ich dann am Copenhager Flughafen an. Ich sah bereits aus dem Flugzeug der Swiss die vielen und grossen Maschinen der SAS.

Wegen der Verspätung musste ich mich schnell zum Transfer-Center der SAS begeben, um meine Boarding-Card für Copenhagen nach Tokyo zu bekommen. Ich kannte den Flughafen überhaupt nicht, aber man muss nur wie ein Idiot den Schildern nachrennen, dann klappt es schon! Die SAS war dann sogar so freundlich und gab mir das Upgrade auf Economy-Extra als Weihnachtsgeschenk gratis … und noch Fensterplatz dazu. Ab zum Gate C40, wo rund 80% der wartenden Personen Japaner waren, was mich stark überraschte. Na Gott sei Dank war mein Platznachbar auch ein Japaner, aber wohl eher von der Business-Klasse?

Gleich zu Beginn fingen wir an uns zu unterhalten und er konnte fliessend English sprechen. Rund 2 Stunden redeten wir über Japan, den Urlaub von von ihm und mir, unsere Jobs und … dann war Essenszeit! Ich muss das Team der SAS wirklich loben, es war überdimensional lecker! Nachdem ich vollgefressen war, wurde es langsam dunkel über Russland und ich drückte mir die Schlafpille rein … mein Nachbar ebenso. Ganze 8 Stunden haben wir durchgeschlafen und ich dachte wirklich, den Flug werde ich vor Langeweile nid überleben.
Hiiragi hatte sogar solche Langeweile, dass er mir per WhatsApp alle 10 Minuten meinen aktuellen Aufenthaltsort in Japan mitteilte. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für ein Theater wegen meinem Flug stattgefunden hat …
24. Dezember: Weihnachten steht vor der Tür!
Mein Sitznachbar “Business-Japaner” war also ein ganz vorbildlicher Japaner in Sachen “freundlich”. Er bot mir sogar seine Hilfe an, bis ich im Narita Express nach Ikebukoro sass. Beim Flughafen half er mir bei der Japan Railways, was ja wirklich der Kracher war. Ich schreibe das Gespräch mal wort-wörtlich nieder …
R: Hi.
JR: Hi.
R: English?
JR: Yes.
R: I’d like to buy the Japan East Pass for 4 flexible days Green car.
JR: Can I have your passport please?
R: Sure. Here you go.
JR: You’re under 25 years old … so is it 16’000 Yen.
R: Only 16’000 Yen? Wait, that is ordinary class right?
JR: Correct. You have youth discount on ordinary class.
R: But I said I want Green car.
JR: Yes but you’ll defenitily have a seat this time.
R: It doesn’t matter! Green car please.
JR: …
BJ: Warum geben Sie ihm den Pass nicht, er ist immerhin Schweizer und zahlt auch dafür?!” (Jap.)
Innert 10 Sekunden war der Pass dann ausgestellt und ich habe bequem mit der Kreditkarte bezahlen können.

Das Ticket von Narita bis Ikebukoro gabs dann auch noch in 1. Klasse und ich war ganz alleine im Zug … über 1 Stunde lang! Also habe ich die Zeit genutzt um ein paar Fotos aus und in dem Zug zu schiessen! Von dem Narita Express der JR war ich begeistert, wenn ich die Technik mit den Zügen in der Schweiz vergleiche.

Ikebukuro ist weltweit der 2. grösste Bahnhof. Wusste ich das etwa? Nicht wirklich, habe mich kaum informiert und das wurde mir erst recht zum Verhängnis. Ich habe wie ein Irrer, also ein europäischer Tourist, nach dem Westausgang gesucht und musste mich mit der Menschenmasse rumschlagen. Das war für mich wirklich neu und das Beste kam dann zum Schluss, als ich aus Ikebukuro auschecken wollte.
Als Schweizer ist man sich gewohnt, sein Ticket nach der Fahrt direkt wegzuwerfen, weil man ja nicht nach der Fahrt noch kontrolliert wird. Aber der Tourist vergisst natürlich, dass es in Japan anders läuft … also bin ich einfach durch die Schranken durch und wurde dann prompt von hinten gerufen: “Hold on please!”
Da musste ich dem Security-Guy erstmal erklären, wie das in der Schweiz ist und habe ihm dann gleich meine Zahlungsbestätigung (Kreditkarte) gezeigt. Als er dann noch den JR-East Pass in 1. Klasse sah, kam nur noch ein: “Oh, Green car. Entschuldigen Sie.” Wie geil war das denn bitte?!
iPhone hervorgenommen und den Wegeiser für das Sakura Hotel gesucht …
Nach einem Fussmarsch von nur 3 Minuten von Ikebukuro Station aus gelangte ich endlich ins Hotel. Dort sah ich auch gleich die 4 hübschen Staffs, denen ich dann Schweizer Schokolade schenkte. Dafür bekam ich 30% Rabatt auf die komplette Hotelbuchung, dicke Umarmungen, ein paar Fotos (werden nicht veröffentlicht!) und noch etwas Spezielles gibt’s dann morgen Abend … Man muss halt nur wissen wie’s geht, ne?
Das Zimmer war ziemlich klein, aber es hat alles was man braucht, um zu überleben! Free WiFi (Highspeed) und tolle Klimaanlage ftw. Ich bin der einzige Schweizer seit langer Zeit, weil sie mussten etwa 2 Minuten suchen, bis sie meine Flagge gefunden haben … Ausserdem stehe ich auf ihrer Liste “Best customers” auf Platz 4 von 20 oder so. *grins*


So und jetzt begebe ich mich noch ins Restaurant gegenüber, habe noch Lust auf Käse-Fleischbällchen bekommen und Pommes Frites. Hatte heute nämlich Tintenfisch und Chicken Wings am Spiess bekommen, was ja nicht gerade “vollfressen” war.
Den Bericht von heute als ich am Abend in Akihabara war und morgen ganzen Tag in Akihabara werde ich zusammenfassen. Es ist mit mind. 200 Fotos zu rechnen, die ich hier uploaden werde. Crazy, right?
Entschuldigt, aber ich bin nun wirklich hundemüde …
Grüsse, euer Rayun aus Tokyo!
PS: Für die vielen Rechtschreibfehler hafte ich nicht …